Am Donnerstag, den 11. Dezember 2025, stand in der Ilmenauer Stadtratssitzung die Verabschiedung des Haushalts 2026 an. Die Fraktion BürgerBündnisGrün-SPD brachte dabei zwei zentrale Anträge ein, die die Arbeitsbedingungen für ehrenamtlich Engagierte in der Stadt spürbar verbessern sollen: eine Anpassung der Entgeltordnung für die Festhalle sowie einen Inflationsausgleich für Fördermittel im sportlichen, sozialen und kulturellen Bereich.
Günstigere Nutzungsgebühren für nichtkommerzielle Veranstaltungen
Vor dem Hintergrund inflationsbedingter Kostensteigerungen von 17,9 Prozent seit 2021 steht die Anpassung der Entgeltordnung für die Ilmenauer Festhalle auf der Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung. Während die Verwaltung eine generelle Mieterhöhung für notwendig erachtet, fordert die Fraktion BürgerBündnisGrün-SPD eine sozial ausgewogene Lösung: Die Absenkung des ermäßigten Tarifs 6 von 55 auf 45 Prozent des Normalpreises soll vor allem nichtkommerzielle Traditions-, Kinder- und Jugendveranstaltungen wie Faschingsfeiern, U18-Discos, Semesteranfangspartys oder Schuleinführungen vor unzumutbaren Belastungen schützen. Für den Tarif 6 würden die Mietkosten der Festhalle künftig sogar leicht unter den bisherigen Preisen liegen.
Wie die Fraktion mitteilt, würde die inflationsbedingte Erhöhung des Basispreises ohne Gegenmaßnahmen zu einer deutlichen Verteuerung für Vereine und Bildungseinrichtungen führen. „Mit dieser Änderung sichern wir, dass gesellschaftlich wichtige Veranstaltungen wie Zeugnisübergaben, Fasching oder Kinderkonzerte auch künftig bezahlbar bleiben“, erklärt Tina Wittrich (BürgerBündnisGrün). „Gleichzeitig entlasten wir Bildungseinrichtungen und Vereine, die oft mit knappen Budgets arbeiten.“
Dieser Vorschlag greift auch den Wunsch der CDU/ FDP-Fraktion auf: Allein für eine Zeugnisübergabe im großen Saal sänken die Kosten durch diese Tarifanpassung und den Zuschuss des Ilm-Kreises von 1.014 € auf 536 € – eine spürbare Entlastung ohne bürokratischen Mehraufwand.
Inflationsausgleich bei Fördermitteln: Mehr Geld für Sport, Kultur und Soziales
Parallel dazu fordert die Fraktion einen Ausgleich der kumulierten Inflation von 19,9 % (2019–2024) für die städtischen Fördertöpfe:
- Sportförderung: von 40.000 € auf 48.000 €
- Sozialförderung: von 46.800 € auf 56.160 €
- Kulturförderung: von 19.000 € auf 22.800 €
„Die Mittel wurden jahrelang nicht angepasst – das ist de facto eine Kürzung“, betont Julian Wüster (SPD). „Mit diesem Schritt stärken wir das Ehrenamt, welches das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft bildet. Gerade in Zeiten steigender Kosten dürfen wir Vereine und Initiativen nicht im Stich lassen.“
Sowohl Julian Wüster als auch Tina Wittrich – beide selbst langjährig in verschiedenen Ehrenämtern aktiv sind sich einig: „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie sehr Vereine unter den steigenden Kosten ächzen – und dass viele ohne Unterstützung ihre Angebote nicht aufrechterhalten können. So weit wollen wir es nicht kommen lassen.“
Die Deckung soll über nicht abgerufene Haushaltsmittel erfolgen. Beide Anträge zielen darauf ab, das ehrenamtliche Engagement in Ilmenau langfristig zu sichern – ohne übermäßige Belastungen für den städtischen Haushalt.
Mithilfe der Stimmen der Fraktionen DIE LINKE., Pro Bockwurst und CDU/FDP wurden beide Anträge unserer Fraktion angenommen.